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ZIZA
Lukrezia von Tessingen *2007
Acryl auf Platte 33 x 23 cm
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Lukrezia von Tessingen war eine imposante Dame mit einer aristokratischen Nase und einem stark ausgeprägtem Hang zur Nörgelei.. Besonders unzufrieden war sie mit dem Fernsehprogramm, den Studiengebühren und der Unpünktlichkeit der ÖBB. Sie besaß ein Einfamilienhaus in Norditalien, in der Nähe des Ortes Malcontenta und so hatte sie auch recht großspurig, wie Onkel Max meinte, ihr Haus genannt. Wunder was erzählte sie uber ihren Baumeister und Architekten, einen tüchtigen Mann, der eine Reihe anderer Einfamilienhäuser in der Gegend gebaut hat. Man konnte das schon ein bisschen übertrieben finden, schliesslich hatte man ja die neuerrichteten, prachtvollen Schlösser in der blauen Lagune zum Vergleich. Da konnte man sich kaum satt sehen an byzantinischen Balkonen und klassizistischen Carports, dorischen Stiegenaufgängen.Aber man wollte nicht unhöflich sein, um bei der Wahrheit zu bleiben, man traute sich auch nicht.
Onkel Max, der ein sehr gebildeter Mann war, und auch einige Jahre Latein gelernt hatte, erklärte, dass das lateinische cum, das"mit" bedeutet, sich im Italienischen in ein con verwandelt hatte. - Es war wirklich erstaunlich, was dieser Mann wusste - und da er auch ein sehr humorvoller Mann war, erfand er gleich ein Wortspiel: Mal con Tento, mal con Tinto, wobei er sich auf die Gerüchte bezog, die Tante Lukrezia mehrere amouröse Abenteuer nachsagten, unter Anderem mit einem Herrn Tento und einem anderen Herrn der Gesellschaft. Tante Mariechen fand das Wortspiel nicht sehr gelungen. Ja, ja Tante Lukrezia war schon eine Persönlichkeit.
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